Firmenpleiten sind 2015 zurückgegangen

Im Jahr 2015 sind die Firmenpleiten in Deutschland gesunken. Folglich haben die stabile Konjunktur und die noch immer sehr niedrigen Zinsen ihre Wirkung gezeigt. Doch dieser Trend könnte schon bald vorbei sein und es stellt sich dann die Frage, welche Betriebe dann besonders von einer Insolvenz bedroht sind.

In der Bundesrepublik dominieren die Kleinstinsolvenzen

In der Bundesrepublik dominieren bei den Firmenpleiten die Kleinstinsolvenzen. In der Summe fielen 4 von 5 angemeldeten Unternehmensinsolvenzen in 2015 auf Unternehmen, die max. fünf Mitarbeiter beschäftigten.

Auch Traditionsunternehmen bleiben nicht verschont

Doch in 2015 konnten auch einige Traditionsunternehmen die Insolvenz nicht vermeiden. Hier lassen sich vor allem die Firma Kettcar sowie die Modellbahn-Firma Fleischmann nennen. Doch auch schon 2014 mussten namhafte Firmen wie Märklin oder Carrera turbulente Zeiten bewältigen. Als größte Firmenpleite in Deutschland im Jahr 2015 gilt wohl die Insolvenz des Gebäudeausrüsters Imtech.

3,3 % weniger Firmeninsolvenzen

Alles in allem sind die Insolvenzen in Deutschland im Jahr 2015 auf ein Zehnjahrestief gesunken. Die stabile Konjunktur, eine Rekordbeschäftigung und auch die niedrigen Zinsen werden gerne als Grund dafür angeführt. Im Vergleich zum Vorjahr mussten 3,3 Prozent weniger Firmen die Insolvenz anmelden. Weniger Insolvenzen hat es in der BRD seit der Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 nicht gegeben. Für die Gläubiger sank der mögliche Schaden aus Firmenpleiten von 26,1 Milliarden € im Vorjahr auf 19,6 Mrd. EUR.

Drohen 2016 mehr Firmeninsolvenzen?

Michael Bretz, leitender Wirtschaftsforscher von Creditreform, ist der Meinung, dass es auch im Jahr 2016 zu ähnlich vielen Firmeninsolvenzen kommen wird. Dabei könnten jedoch schon kleine Änderungen, wie etwa die Anhebung des Zinsniveaus, die Lage extrem verschärfen. Denn zahlreiche Betriebe stehen finanziell nicht sehr stark dar. So schätzt Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht die Bonität von mehr als 300.000 Firmen als schwach ein. Das sind bei circa 3,3 Millionen wirtschaftsaktiven Betrieben in Deutschland immerhin mehr als 9 Prozent.
Rückgang der Firmenpleiten im Jahr 2015