Der Offenbarungseid – Form und Inhalt

Für die Abnahme der Eidesstattlichen Versicherung ist der Gerichtsvollzieher verantwortlich. Das kann seit 1999 auch bei dem Schuldner zuhause stattfinden. Schuldner müssen sich darauf allerdings nicht einlassen, sondern haben nach Paragraf 900 Zivilprozessordnung das Recht auf einen gesonderten Termin. Der Schuldner muss in dem Vermögensverzeichnis angeben, ob er beispielsweise Wertpapiere, Sparguthaben, Immobilien oder wertvolle Gegenstände (Sportgeräte, Schmuck, …) besitzt. Der Termin ist nicht öffentlich. Am Ende wird der Schuldner auf die Strafbarkeit falscher Angaben hingewiesen und hat an Eides Statt zu versichern, dass die von ihm verlangten Angaben nach bestem Wissen und Gewissen vollständig und richtig gemacht wurden. Der Gläubiger darf allerdings daran teilnehmen. Das Gericht vertagt die Abgabe der Vermögensauskunft, für den Fall, dass der Schuldner bei dem Termin glaubhaft machen kann, dass er in den nächsten drei Monaten an den Gläubiger zahlen wird.

Gibt es Vorteile bei einem Offenbarungseid?

Möglicherweise kann Ihnen die Abgabe der Vermögensauskunft auch Vorteile bringen. Denn dann haben Sie quasi die amtliche Bestätigung, dass bei Ihnen nichts mehr zu holen ist. Viele Gläubiger geben dann erstmal Ruhe. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auch Ihren anderen Gläubigern eine Kopie der Eidesstattlichen Versicherung zukommen lassen. Nutzen Sie die dadurch gewonnene Zeit um mit Ihrer Schuldnerberatung die Finanzen zu ordnen. Gemeinsam können Sie sich dann mit Ihren Gläubigern in Verbindung setzen. Diese sind nach Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung in der Regel auch wesentlich kompromissbereiter. Fragen Sie diesbezüglich einfach bei Ihrer Schuldnerberatung nach und lassen Sie sich beraten.

Folgen des Offenbarungseides

Für den Schuldner hat die Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung über die Vermögenswerte schwerwiegende Folgen. Denn der Offfenbarungseid wird auch in das Schuldnerverzeichnis der Amtsgerichte eingetragen. Und auch Wirtschaftsauskunfteien nehmen die Informationen auf. Leute, die den Offenbarungseid geleistet haben, gelten als nicht kreditwürdig. Sie dürfen sich dann auch nicht mehr von Neuem verschulden. Denn ab diesem Zeitpunkt muss auch dem Schuldner bewusst sein, dass er den Zahlungen nicht mehr nachkommen kann. Eine erneute Aufnahme von Schulden nach der Eidesstattlichen Versicherung wird daher als Betrug gewertet. Auch Ratengeschäfte fallen in diesem Sinne unter Schulden.
Der Offenbarungseid – Inhalt und Form