Die besondere Verjährung

Bei dem Thema Verjährung sollten Schuldner wissen, dass es diverse Bereiche mit besonderen Regelungen gibt. Dazu gehören beispielsweise das Kaufrecht, Darlehnsansprüche, etc. Eine Verjährung kann zudem unter gewissen Umständen auch gehemmt werden. Da es sich hierbei um ein sehr kompliziertes Thema handelt, sollten Sie im Einzelfall immer bei Ihrer Schuldnerberatung oder einem Anwalt Rat suchen.

Kaufrecht und Verjährung

Vom Gesetzgeber wurden für verschiedene Arten des wirtschaftlichen Handelns besondere Verjährungsfristen bestimmt. Zum Beispiel gibt es deshalb eigenständige Gesetze für die verschiedenen Felder des Dienstleistungs- und Warenverkehrs.

Verjährung von Darlehnsansprüchen

Darlehnsansprüche unterliegen in der Regel der regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren. Die sogenannte Verbraucherdarlehnsverjährung stellt hier jedoch eine Besonderheit dar. Ist der Schuldner bei einem solchen Vertrag in Verzug, ist die Verjährung des Darlehnsrückerstattungsanspruches einschließlich der Zinsen bis zur endgültigen Titulierung gehemmt (Paragraf 497 BGB). Diese Hemmung ist dabei auf 10 Jahre begrenzt. Nach der Titulierung und ebenfalls für die Zinsen beträgt die Verjährungsfrist dreißig Jahre.

Öffentlich-rechtliche Bescheide

Ebenfalls besondere Regelungen gibt es in Bezug auf öffentlich-rechtliche Forderungen. Durch Bescheide werden diese begründet. Die Verjährungsfrist beträgt häufig 30 Jahre, sobald ein solcher Bescheid unanfechtbar geworden ist. Doch auch hier sollten Sie im Einzelfall mit Ihrem Schuldnerberater sprechen. Denn wie so oft gibt es auch hier etliche Sonderregelungen.

Abänderung der gesetzlichen Verjährungsfrist durch Vertrag

Durch einen Vertrag können die gesetzlichen Verjährungsfristen abgeändert werden. Mittels Vertrag können die Fristen sowohl verlängert als auch verkürzt werden. Eine Verlängerung über die Höchstgrenze von dreißig Jahren hinaus ist allerdings nicht rechtens.

Vorübergehende Hemmung einer Verjährung

Unter gewissen Umständen kann eine Verjährungsfrist auch vorübergehend gehemmt werden (vgl. § 204 Bürgerliches Gesetzbuch). Die Frist verlängert sich dann um den Zeitraum, in dem eine Hemmung bestanden hat (vgl. Paragraf 209 BGB). Verhandlungen um den Anspruch (Paragraf 203 Bürgerliches Gesetzbuch), Klageerhebung (§ 204 Bürgerliches Gesetzbuch) und die Zustellung eines Mahnbescheids (Paragraf 204 Bürgerliches Gesetzbuch) können Gründe für die Hemmung der Verjährung sein.
Besonderheiten bei der Verjährung